Donnerstag, 2. Juni 2022

Blog 23

19.05.22 || Zum ersten Mal seit der neue Gemeinderat sich vor 2 Jahren konstituiert hat, findet die Sitzung im neuen Saal des Stefani-Hauses statt - was für ein Unterschied! Man kann die Beiträge wieder gut verstehen, kann sich innerhalb der Fraktionen kurz unterhalten, man sieht die Reaktionen der anderen Ratsmitglieder, kurz: Es tut der gesamten Atmosphäre gut. Die Themen waren diesmal nicht wirklich spektakulär. Die wichtigsten waren Sanierung der Otto-Hahn-Straße, Vergabe der Trägerschaft für Offenen Ganztag an den Grundschulen und Kostenberechnung Schwimmbad. Daher auch das Ende der öffentlichen Sitzung schon um 21.30 - wir Gemeinderäte durften nicht-öffentlich noch länger bleiben 😉.

Sanierung der Otto-Hahn-Straße 

Die Otto-Hahn-Straße ähnelt durch die vielen Ausbesserungen immer mehr einem Flickenteppich und stärkere Regenfälle überlasten regelmäßig das Abwassersystem. Also hat sich die Verwaltung zu einer echten 'Sanierung' entschieden. An dieser Stelle ein Lob dem Projektteam unter Leitung von Herr Illigen: Hier wurde ein schlüssiges und zukunftsfähiges Konzept vorgelegt, mit dem die Straße auf das nächste Jahrzehnt hin ertüchtigt wird. Es werden neue Abflüsse eingebaut (jetzt ein Gulli auf 250 m², früher war es einer auf 400 m²), das Gewerbegebiet wird eine massivere Asphaltdecke erhalten (1 LKW-Fahrt entspricht rund 10.000 PKW-Fahrten von der Abnutzung her), es wird ein Radstreifen auf der Straße abmarkiert und die Bushaltestellen werden barrieregerecht ausgebaut und mit Leitstreifen für Blinde versehen (mit rund 42% gefördert). Alles in allem liegt das Budget jetzt bei rund 780 T EUR - versprochen wurde, dass hier kein Nachschlag mehr kommen wird. Auch die Organisation der Baumaßnahmen ist  durchdacht: Die Hauptarbeiten beginnen in den Sommerferien, gebaut wird von hinten nach vorne, Komplett-Sperrungen werden auf die Wochenende gelegt. Auf Nachfrage auch die Zusage, alle arbeiten frühzeitig mit den ansässigen Firmen abzustimmen. Einstimmige Annahme.

Meine Meinung dazu: Das wurde wirklich ein Konzept vorgestellt, das Hand und Fuß hat und gut durchdacht ist. So wünschte ich mir alle Maßnahmen in unserer Gemeinde!

Vergabe der Trägerschaft für Offene Ganztagesbetreuung an den Grundschulen

Von den vorgestellten 3 Konzepten im Vergabegremium (hier habe ich mit teilgenommen) wurde das Konzept des Kreisjugendrings zur Vergabe empfohlen. Es ist ein sehr innovatives Konzept, das die individuellen Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt stellt, selbstverantwortliches Handeln bei den Kindern fördern will und die Eltern von Beginn an miteinbezieht. Der Empfehlung wurde einstimmig gefolgt, zumal man auch bereits gute Erfahrungen mit dem KJR hat, der das gebundene Ganztageskonzept seit Beginn begleitet hat.

Meine Meinung dazu: Hier wird wirklich mal ein neuer Weg beschritten. Allerdings braucht es auch die Mitarbeit der Eltern. Hier geht nichts nach 'Schablone F', auf jedes Kind wird individuell eingegangen. Nachdem dieses Konzept auch vom Freistaat gefördert wird, ist zu hoffen, dass damit auch die personelle Ausstattung mit Priorität erfolgen wird.

Kostenberechnung Schwimmbad

Aus Gründen der Praktikabilität wurde die Berechnung nun auf  Basis Schuleinheit und Schulstunde geändert. Auf Nachfrage unserer Fraktion kam die Auskunft, dass alle Kosten auf der Grundlage der jetzigen Energiepreise berechnet wurden (???). Angesichts der derzeitigen Preisentwicklungen im Energiesektor wurde von uns angeregt, diese Kalkulation bereits nach einem Jahr  zu überprüfen  (und nicht erst wie geplant nach 4 Jahren) und ggf. anzupassen. Einstimmiger Beschluss dazu.

Meine Meinung dazu:  Das Schwimmbad wird hoch defizitär bleiben. Im Bauausschuss wurde die Zahl von 4.000 EUR Unterhaltskosten pro Tag genannt. Das macht bei 340 Öffnungstagen rund 1,4 Mio. EUR pro Jahr! Prognostiziert waren einmal 800 T EUR. Das Schwimmbad wird also ein teurer Spaß, das muss man sich als Gemeinde leisten können. Umso mehr sollte es in größerem Maß als bisher vorgesehen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Das war's schon für heute. Wenn Ihnen mein Blog gefällt, kann ich Sie gerne informieren, wenn ein neuer Blog erschienen ist. Bitte geben Sie mir dazu Ihr Einverständnis per Mail an manfred.haucke@buergerforum-hohenbrunn.de.

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Herzlichst Ihr 

Manfred Haucke

PS: Ausführliche Informationen zu den Gemeinderatssitzungen finden Sie auf der Website des Bürgerforums

 

Sonntag, 1. Mai 2022

Blog 22

 28.04.22 || Vorab: Es war wieder mal eine lange Sitzung - 19.30 Uhr bis 23.00 Uhr. Jede Menge Themen und Brisanz: Auflösung unserer Fraktionsgemeinschaft mit der ÜWG/FW, Billigung des Flächennutzungsplans (FNP) für die Schulen und die Wohnbebauung, die Mehrkosten für Zuhause am Hölzl, Bau eines Feststadls sowie zwei Anträge der GRÜNEN.

Auflösung der Fraktionsgemeinschaft - Ein logischer Schritt

Die Gespräche über eine Fusion der beiden Gruppierungen zogen sich über anderthalb Jahre hin. Letztlich entschieden sich die Mitglieder der ÜWG/FW dagegen, unter ein Dach zusammenzugehen. Die Auflösung der Fraktionsgemeinschaft ist nun ein logischer Schritt

Meine Meinung dazu: Die Trennung schafft klare Verhältnisse und erlaubt beiden Gruppierungen, sich klarer zu positionieren. Natürlich werden wir dort weiter zusammenarbeiten, wo die Ziele und Interessen für Hohenbrunn deckungsgleich sind. Die Texaner haben einen guten Spruch dazu: Fences make good neighbours 😉. In diesem Sinne - auf gute Zusammenarbeit.

Billigung des  Vorentwurfs des FNP - Projekt ist machbar, aber bei weitem nicht optimal

Es hatte den Anschein, als wollte der Bürgermeister
nach der Klausurtagung überhaupt nicht mehr darüber diskutieren, sondern gleich zur Abstimmung übergehen. Die Klausurtagung hatte jedoch nicht nur partielle Antworten in Form diverser Gutachten geliefert, sondern auch viele Punkte offen gelassen und weitere Fragen aufgeworfen. So liegen einige Gutachten immer noch nicht im Endzustand vor. Erstaunlicherweise kam im Plenum keine Diskussion auf, es gab nur einzelne Stellungnahmen. Die reichten von kritischer Betrachtung des gesamten Projekts bei Andi Schlick (Finanzsituation der Gemeinde, punktuelle Lösung ohne Ortsentwicklungskonzept, Mißverhältnis Wohnen/Schule, zu geringer Nutzen für die Bürger) bis zur unterschiedlichen Bewertung des Risikos auf der vorgesehenen Fläche für den Sportplatz bei Georg Bauer. Der Vorentwurf wurde letztlich mit 3 Gegenstimmen (Schlick, Haucke, Bauer) gebilligt. Bei allen anderen Fraktionen gab es offensichtlich keine Bedenken (mehr). Am 31. Mai ist nun eine moderierte Informationsveranstaltung geplant. Die Pläne und Gutachten sollten eine Woche vorher über die Homepage der Gemeinde für jeden einsehbar sein, nach der Veranstaltung gibt es nochmals 4 Wochen Frist für mögliche Einwendungen und Einsprüche.

Meine Meinung dazu: Wohnraum tut not, die Schule ist wichtig. Dennoch: Das gesamte Projekt ist nicht optimal. Es bringt viele Herausforderungen für unsere Gemeinde mit sich, der Nutzen entsteht in erster Linie dem Landkreis und den umliegenden Gemeinden. Wir werden also jetzt darauf hinarbeiten, dass die Probleme in den nachgelagerten Planungsschritten und Verhandlungen möglichst gut gelöst werden, und sich das Kosten/Nutzen-Verhältnis für Hohenbrunn  Bürgerinnen und Bürger verbessert. In wieweit die Anregungen und Vorschläge der Bürger mit einfließen können, wird auch die Veranstaltung am 31. Mai zeigen. Ich hoffe, dass überhaupt viele Bürgerinnen und Bürger kommen. Meine Befürchtung: Viele Hohenbrunner haben überhaupt noch nicht realisiert, wie sehr dieses Projekt unseren Ort verändern wird. Ich habe übrigens dagegen gestimmt, weil ich Punkte des zugrunde liegenden Vertragswerks nicht billige.

Zuhause am Hölzl - "Flughafen BER" in klein

Am Ende beträgt die Bauzeitverzögerung insgesamt 19 Monate und die Mehrkosten belaufen sich auf rund 1,4 Mio. EUR. Die Mieter, die mit 6 Monaten Verspätung im Spätherbst in das halbfertige Gebäude eingezogen sind, berichten immer noch von Mängeln. Leider sind für all die Mehrkosten nur zum Teil externe Faktoren verantwortlich. Der größte Teil sind selbstverschuldete Versäumnisse und Fehler - schlechte Architektenleistung und zahlreiche Fehler in der Planung.

Meine Meinung dazu: Die Zahlen zeigen deutlich, dass weder eine richtige Planung noch eine gute Projektüberwachung erfolgt ist. Mir würden auf den Schlag viele Gemeindevorhaben einfallen, die man mit 1,4 Mio. EUR finanzieren könnte...siehe auch nächster Punkt "Feststadl"

Ein Feststadl für Hohenbrunn - Keine Frage!

Die Halle K und der Stadl im MUNA-Gelände werden abgerissen, sie müssen  neuen Gewerbeflächen und einer Straße weichen. Bei prognostizierten Kosten von 1,8 Mio. EUR wollte der Gemeinderat schon im Herbst keine endgültige Entscheidung treffen. So wurde nur ein Vorentwurf in Auftrag gegeben, der jetzt vorgestellt wurde. Aus den 1,8 sind jetzt 1,9 Mio. geworden. Offenbar ist der zweite Teil des Gemeinderatsauftrags, die Gesamtkosten über Verhandlungen und modifizierte Entwürfe deutlich zu verringern, nicht erfüllt. Unverständnis im Plenum über diese Kosten, gleichzeitig nochmals eine Standortdiskussion (MUNA? Doch beim geplanten Sportplatz?) und eine Beteiligung der Vereine an der Diskussion. Ergebnis: Ein modifizierter Beschluss: Der GR befürwortet den Bau eines Feststadls ausdrücklich, die Fraktionsvorsitzenden sprechen nochmals mit den Vereinen, der Bauausschuss soll dann nochmals über die Details vorberaten. 

Meine Meinung dazu: So eine Lokalität ist einfach ein MUSS. Hier hätten die  1,4 Mio. vom Hölzl schon geholfen. Das zeigte auch der Kommentar des BGM, dass sich die Gemeinde das dann halt leisten können muss, auch wenn die Finanzen angespannt sind. Rechnet man alle ungeplanten Mehrkosten der letzten Jahre zusammen (Feuerwehr, Rathaus-Sanierung, Hölzl), dann wäre ein Feststadl schon locker finanziert.  

Anträge der GRÜNEN: Erarbeitung einer Beschaffungsrichtlinie (für Nachhaltigkeit) | Entwicklung eines Konzepts zur flächendeckenden Wärmeversorgung aus nachhaltiger Energie

Beide Anträge stießen bei allen Fraktionen und bei der Verwaltung auf Unverständnis: Man wolle keine Richtlinie = bindende Anweisung, man arbeite ohnehin bereits seit 2013 nach diesen Prinzipien. Dazu gab es  Schulungen der Verwaltungsmitarbeiter und klare Empfehlungen aus dem Rechnungsprüfungsausschuss. Beim zweiten Thema war das allgemeine Kopfschütteln noch größer: Was sei denn das konkrete Ziel dieses Antrags? Solle die Gemeinde jetzt (über die bestehenden Initiativen hinaus) noch zusätzlich Geld investieren, um ein Konzept erarbeiten zu lassen? Es bestehe ja bereits ein Energienutzungskonzept, an und mit dem laufend gearbeitet werde. Darüber hinaus ist (auf unsere mehrmalige Anregung hin) eine Nachfragebündelung im Ort zum Thema Fernwärme geplant, der Landkreis wird ein neues Klimaanpassungskonzept einführen. Beide Anträge wurden mit großer Mehrheit abgelehnt.

Meine Meinung dazu: Jeder im Gemeinderat befürwortet die Ziele für nachhaltige Beschaffung und CO2-neutrale Wärmeerzeugung. Da jedoch in beiden Fällen bereits sehr konkrete Aktivitäten laufen, war der Zusatznutzen beider Anträge nur schwer erkennbar. Es kommt der Verdacht auf, dass hier rein politische Anträge gestellt wurden.

Zu guter Letzt: Einige aktuelle Informationen

  • Auf eine Anregung von mir hin wurde eine E-Mail-Adresse für den gesamten Gemeinderat eingerichtet. Wer also zukünftig an den Bürgermeister und den Gemeinderat schreiben will, kann dies ganz einfach unter gemeinderat@hohenbrunn.de tun.

  • Telekom und Deutsche Glasfaser: Die Telekom wird höchstwahrscheinlich im Herbst wieder Straßen und Gehwege aufreißen, um ihr Glasfasernetz zu verlegen. Der offene Brief einer Mitbewohnerin in der Luitpoldsiedlung, den sie an den Bürgermeister, den gesamten Gemeinderat und die Presse geschickt hat, bringt es m.E. ziemlich gut auf den Punkt.

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Montag, 28. März 2022

Blog 21

 25.03.22|| Die vorletzte Gemeinderatssitzung fand am 03.03. statt - corona-bedingt zweimal verschoben, die letzte Sitzung am 17.03., mitten im Krieg. Da die Ukraine auch in meinem Alltag viel Zeit eingenommen hat, kommt der heutige Blog mit der Zusammenfassung beider Sitzungen. Am 17.03. standen auf der Tagesordnung Verpflegungssystem für die gemeindlichen Schulen, offenes Ganztageskonzept, Sanierung Rathaus und der Antrag auf Schaffung von Parkplätzen für Wohnmobile. Am 17.03. war das einzig wichtige Thema die Darlehensaufnahme für den Grundstückskauf für die Real- und Montessorischule und den Sportplatz. Der Reihe nach.

Verpflegungssystem für die gemeindlichen Schuleinrichtungen - alles bio, oder was?

Nachdem ein Antrag aus dem November 2020 gescheitert war, in den Einrichtungen unserer Gemeinde bio-regionale Küche über den Kopf der Eltern einzuführen, gab es damals nur einen Grundsatzbeschluss zur Einführung. In der Folge: Zwei Informationsveranstaltungen und Befragung der Eltern. Ergebnis: Beteiligung von 51,5%, 'weitgehende Befürwortung für biologische und regionale Küche'. War ursprünglich Frischküche angedacht, hält die Verwaltung nun diesen Schritt als zu groß an und möchte zunächst eine Warmhalteküche ausschreiben, in 2 oder 3 Jahren vielleicht dann den nächsten Schritt zur Frischküche machen. Bei der Vergabesumme von rund 1 Mio. EUR (Laufzeit 4 Jahre, rund 65' Essen p.a.) muss eine europaweite Ausschreibung erfolgen, die soll ein externer Dienstleister machen.
Lebhafte Diskussion, es kam einiges an Fragen und Kritik: Die Fragen aus der Elternbefragung waren nicht bekannt, es schien einigen GR-Mitgliedern zweifelhaft, dass für 53% der Eltern der Preis nicht wichtig sei, es wird befürchtet, dass bei der europaweiten Ausschreibung Billiganbieter das Rennen machen,  Kriterien für die Auswahl des Anbieters und des Dienstleisters sollten dem Gemeinderat bekannt sein. Ergebnis der Diskussion: Der Bürgermeister stellt die Auswahlkriterien den Gemeinderäten zur Verfügung, die Dienstleister sollen sich den Gemeinderäten vorstellen, die Ausschreibung soll auf  „100% ökologisch-regionale Landwirtschaft“ ergänzt werden. Beschluss mit zwei Gegenstimmen.

Meine Meinung dazu: Gesundes Essen ist wichtig, Regionalität und Saisonalität ein Beitrag zum Klimaschutz. Es muss nur das Preisniveau hinterher auch für Eltern mit mehreren Kindern noch passen. Detail am Rande: Frau Lunemann, die den Antrag ursprünglich eingebracht hatte, gab eine längere Stellungnahme ab, unter anderem um "Gerüchten entgegenwirken" - Ihre Firma werde sich nicht an der Ausschreibung beteiligen, das 'gebiete der politische Anstand'. So ist es.

Offenes Ganztageskonzept für die Grundschulen - endlich!

Der Elternbeirat fordert das seit 2017 - nun soll die Trägerschaft ausgeschrieben werden. Für das Vergabegremium sind 5 Mitglieder der Schulen, 3 Mitglieder der Verwaltung (inkl. BGM), je ein GR-Mitglied pro Fraktion und lediglich 1 Mitglied des Elternbeirats vorgeschlagen. Mein Vorschlag, zu Gunsten des Elternbeirats auf eine Person aus der Verwaltung zu verzichten fand leider keine Unterstützung. Gerade von Seite der Grünen wurde argumentiert, dass hier viel logistische und abwicklungstechnische Kompetenz in der Auswahl nötig sei. Meine Stimme war leider die einzige, der ursprüngliche Vorschlag wurde mit nur einer Gegenstimme 😏 angenommen.

Meine Meinung dazu: Letztlich müssen die Eltern mit dem zurechtkommen, was ein Träger anbietet. Da ist es für mich nur folgerichtig, die Eltern angemessen an der Entscheidung darüber zu beteiligen. Zumal sich der Elternbeirat seit Jahren für dieses Thema engagiert.

Die Rathaus-Sanierung - Teurer, als geplant, aber ein Ende in Sicht

Noch ein letzter 'Nachschlag' zur Sanierung: Leider hat man in der Verwaltung übersehen, Bedarfe für 'bewegliche Sachen'  zu konsolidieren. So sind jetzt 125 T EUR statt der budgetierten 50 T EUR nötig. Nicht berücksichtigt im Budget war auch der Anschluss für die Fernwärme, überraschend teuer waren die Maßnahmen, um die hohe Radon-Belastung aus Boden und Wänden auf akzeptable Werte zu bringen. Die gute Nachricht: Die Innensanierung soll nun im März beendet und die Außenanlagen auch noch vor der Sommerpause fertiggestellt sein. Damit ist das Rathaus 'generalsaniert'.

Meine Meinung dazu: Die Sanierung ist gut gelungen, nur dass statt der ursprünglich veranschlagten 400 T EUR jetzt die Endsumme von rund
1,2 Mio. EUR fällig ist. Das kann ich immer noch nicht nachvollziehen. Das Budget haben ja keine Laien, sondern ein sanierungs-erfahrenes Architekturbüro aufgestellt.
Jeden privaten Bauherrn würde eine Verdreifachung der Kosten in den Ruin treiben.  

Antrag zur Schaffung von Parkraum für Wohnmobile - Luxus oder Serviceangebot der Gemeinde?

Inbesondere in Anwohnerstraßen stehen immer häufiger Wohnmobile oder Wohnwagen geparkt. Die Straßenverkehrsordnung erlaubt das, aber es ist ärgerlich für Anwohner und stellt eine zusätzliche Gefahrenquelle dar: Für Kinder, die hinter diesen Fahrzeugen schlecht sehen und auch selbst schlecht zu sehen sind, für Rettungsfahrzeug, die im Ernstfall nur schlecht durkommen. Daher hat das Bürgerforum den Antrag gestellt, die Gemeinde möge entsprechende Flächen schaffen (wir sprechen von rund 1.500 m²), wo Wohnmobile geparkt werden können. Leider traf der Antrag auf eine breite Gegenfront: Die Verwaltung sagte, sie habe keine Flächen ("Finden Sie mir doch eine Fläche") und wenn, dann würden die Wohnmobile trotzdem 'vor der Türe' stehen bleiben. Andere Gemeinderäte argumentierten, hier sei jeder Besitzer selbst verantwortlich, das sei nicht Aufgabe der Gemeinde. Letztlich führte der Bürgermeister noch an, die Gemeinde sollte sich nicht mit einem eigenen Angebot in den Wettbewerb zum freien Markt begeben. Kurz und gut: Der Antrag wurde mit nur zwei Ja-Stimmen mehrheitlich abgelehnt.

Meine Meinung dazu: In der Diskussion war spürbar, dass eigentlich nur Gründe gesucht wurden, warum es nicht geht. Aber es wurde nicht gemeinsam überlegt, wie man das Problem doch lösen könnte. Und so bleiben die Wohnmobile weiterhin in den Straßen geparkt.

Darlehensaufnahme für den Grundstückskauf - Ist es das wert? 

Zu Beginn der Diskussion kam die Information, dass noch kein konkretes Darlehensangebot vorliege. Der Grund offenbar der geplante Schulmix aus staatlicher Realschule und privater Montessori-Schule. Bis zum Sitzungstermin war nicht abschließend geklärt, ob die BayernLabo auch für den Kredit-Teil der Montessori-Schule zur Verfügung stehen würde. Leider ist der Zinssatz in der Zwischenzeit bereits von 0,95 auf 1,5% gestiegen. Zu einer heftigen Diskussion führte ein Beitrag von Georg Bauer von den Grünen. Der hatte 'Fundstücke' von der Fläche mitgebracht, auf der der Sportplatz errichtet werden sollte. Es geht um die ehemalige Kiesgrube, eine Altlastenverdachtsfläche lt. altem Bebauungsplan. Das waren Teerbrocken, alte Gummischläuche, Plastiktüten aus dem Jahr 1972 (erkennbar am verblassten Aufdruck). Er argumentierte folgerichtig, dass die Fläche als landwirtschaftliche Nutzfläche bewertet sei, aber in Wirklichkeit eben eine Altlastenverdachtsfläche und damit überbewertet sei. Einen sehr unschönen Unterton bekam die Diskussion, als von der Verwaltung die Aussage kam, man könne ja nicht nachprüfen, woher diese 'Fundstücke' wirklich kämen. Im übrigen, meinte der Bürgermeister, gehe der Preis in Ordnung, wenn man das Gesamtpaket betrachte. Nach längerer Diskussion wurde ein Beschluss formuliert, der den Bürgermeister zur Darlehensaufnahme für den Gesamtbetrag ermächtigt, die konkreten Darlehenssummen und Konditionen bei den jeweiligen Banken (KfW, BayernLabo, Kommunaldarlehen) offen lässt. Der Beschluss wurde mit 4 Gegenstimmen (Bürgerforum und Georg Bauer) gefasst.

Meine Meinung dazu: Die Diskussion über die Darlehensaufnahme war nur der kleinere Teil der Tagesordnung. Den größten Teil nahm die  Diskussion über die gutachterliche Situation und die vertraglichen Vereinbarungen ein. Leider - wie fast alles bisher - nicht öffentlich. Trotz unserer wiederholten Anträge, öffentlich zu diskutieren weil wir finden, die Öffentlichkeit hat ein Recht auf diese Informationen. Nach allen Diskussionen bisher sehe ich keine wirklich überzeugenden Gründe, die gegen Öffentlichkeit sprechen. Leider sieht das die Mehrheit im Gemeinderat und der Bürgermeister anders.

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Montag, 7. Februar 2022

Blog 20

 

27.01.22 ||Wegen der aktuellen Corona-Lage tagt der Gemeinderat immer noch in der Turnhalle. Die großen Abstände zwischen den Tischen machen nicht nur eine Abstimmung innerhalb der Fraktionen schwierig, es kommt auch keine Atmosphäre auf. Bleibt zu hoffen, dass sich das bald ändert. Stoff für intensive Diskussionen gibt es genug. In diesem Blog möchte ich vier Themen aufgreifen: Status Sportcampus, Konzeption Hallenbad sowie die Möglichkeit für kostenfreie Glasfaseranschlüsse durch die Telekom und eine Anfrage zu den überraschend aufgetauchten Halteverboten in der Hohenbrunner Straße.

Sportcampus: „Der Tanker muss nochmal Fahrt aufnehmen“

Als sich im Herbst Verzögerungen und Probleme beim Sportcampus abzeichneten, hatte der GR ein externes Ingenieurbüro mit der Kontrolle des Projekts auf der Baustelle beauftragt. „Wir müssen schon ein wenig anschieben, um das Projekt zu einem schönen Ende zu bringen“, war die Einleitung zum jetzigen Bericht. Positiv zu vermerken: Die Turnhalle ist weit vorangeschritten, auch die Räumlichkeiten der künftigen Mittagsbetreuung. Der Abriss des alten Gebäudes geht gut voran. Nur das Schwimmbad ist deutlich hinter dem angedachten Zeitplan. Die Bauleitung geht nun von einer Eröffnung des Sportcampus frühestens Ende Mai 2022 aus, der Umzug der Mittagsbetreuung wird zum neuen Schuljahr erfolgen. Die Fertigstellung der Außenanlagen ist zu Beginn des neuen Schuljahrs geplant. 

Meine Meinung dazu: Der Einsatz der externen Bauleitung war eine ‚Notbremse‘, andernfalls wären Termine und Kosten noch weiter aus dem Ruder gelaufen. Fragt sich, ob sich die Gemeinde bei zukünftigen Projekten dieser Größenordnung nicht von vorneherein professionelle externe Unterstützung holen sollte.

Hallenbad: Zuschussbetrieb und noch zu wenig  Möglichkeiten für die Öffentlichkeit

Aus dem vorgelegten Betriebskonzept wird deutlich, dass der Betrieb des Schwimmbads - wie erwartet - nicht kostendeckend sein wird. Diese Unterdeckung muss die Gemeinde tragen. Erlöse werden über Eintrittsgebühren, eine Kostenbeteiligung der Schulen und des TSV generiert. Die Beschlussvorlage sieht eine Kostenbeteiligung des TSV in Höhe 156 TEUR sowie den Erwerb einer Jahreskarte pro Vereinsmitglied (insgesamt 112 TEUR) vor. Das dürfte ziemlich unrealistisch sein und führte nach reger Diskussion zum Kommentar des Bürgermeisters, dass man dann zu gegebener Zeit auch über Zuschüsse reden müsse: „Der Verein kann nur leisten, was er leisten kann“.

Ebenso intensiv diskutiert wurde das Nutzungskonzept. Das 6-Bahnen-Schwimmbad sollte Schülern, der Öffentlichkeit und den Schwimmern des TSV zur Verfügung stehen. Bei dem vorgeschlagenen Öffnungskonzept mit 2 x 2 Stunden von 6-8 Uhr und einmal nachmittags von 16:00-21:30 unter der Woche käme die Öffentlichkeit aber viel zu kurz. Die vorgeschlagenen Tarife  mit Normaltarif 4 €, ermäßigt 3 €, Kinder 2 €, Kleinkinder in Begleitung bewegen sich im üblichen Rahmen. Als Diskussionsergebnis werden sowohl das Nutzungskonzept als auch die Kostenbeteiligung nochmals überarbeitet und dann dem Haushaltss- und Finanzausschuss zur Abstimmung vorgelegt.

Meine Meinung dazu: Das vorgeschlagene Konzept geht bis jetzt immer von einer kompletten Nutzung des Schwimmbads (alle 6 Bahnen) aus. Die Erfahrung aus anderen Bädern zeigt, dass man mit einer Abtrennung von Bahnen arbeiten und damit wesentlich mehr Flexibilität erreichen kann. Gerade der TSV braucht mit seinen (rund 25) Kaderschwimmern sicherlich nicht immer alle 6 Bahnen zum Training. Damit könnte man dann auch wesentlich mehr Möglichkeiten für die Öffentlichkeit schaffen. Warum über eine Kostenbeteiligung für den TSV von 156 TEUR  diskutiert wird, verstehe ich nicht ganz. Es ist doch von vorneherein klar, dass der Verein Kosten in dieser Höhe nicht tragen kann. Geht es hier lediglich um eine plausible Rechnung?

Glasfaser für Hohenbrunn – Doch noch Telekom mit parallelem Glasfaseranschluss?

Durch den Hinweis eines Bürgers aus Hohenbrunn sind wir aufmerksam gemacht worden, dass die Telekom in einer Gemeinde bei Augsburg mit gleicher Ausgangslage wie Hohenbrunn (Vertrag mit Deutsche Glasfaser schon abgeschlossen) angeboten hat, parallel zur Deutschen Glasfaser einen eigenen passiven Glasfaseranschluss kostenfrei zu verlegen. Damit könnte ein lokales Monopol vermieden werden und wieder Wettbewerb entstehen. Wir haben den Bürgermeister und die Verwaltung darüber informiert und eindringlich gebeten, die Situation nochmals zu überprüfen.

Meine Meinung dazu: Besser spät als nie. Die Telekom sagt selbst, dass sie ihre Entscheidung vor einigen Jahren, die Verlegekapazitäten für Glasfaser auf die großen Städte zu konzentrieren, gerne korrigieren würde. Ich hoffe, die Verwaltung und die Telekom kommen zu Gesprächen zusammen und prüfen diese Möglichkeit ernsthaft.

Halteverbote in der Hohenbrunner Straße in Riemerling – was ist los?

Quasi über Nacht wurden in Riemerling in der Hohenbrunner Straße zahlreiche Halteverbotsschilder aufgestellt. Auf Anfrage hin erklärte sich der Bürgermeister als nicht auskunftsfähig zum Thema und bat um eine schriftliche Anfrage.

Meine Meinung dazu:So viele Halteverbotsschilder aufzustellen, ohne die Anwohner vorab (über Sinn und Zweck) zu informieren, ist wenig bürgerfreundlich. Das geht bestimmt auch anders. So haben einige überraschte Fahrzeughalter Strafzettel kassiert.

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