Montag, 5. Februar 2024

Blog 32

02/02/24 | In diesem Blog möchte ich sowohl aus dem Bauausschuss als auch aus dem Gemeinderat berichten. Es geht um Themen wie Ersatzpflanzungen bei Baugenehmigungen, Supermarkt/B471, Windräder in Hohenbrunn, gemeindliche Auftragsvergaben sowie die Behandlung von Fraktions-Anträgen. Zunächst aus dem Bauausschuss.

Ersatzpflanzungen bei Baugenehmigungen

In fast allen Ortsteilen ist mittlerweile auf den alten,
großen Grundstückeneine hohe Nachverdichtung möglich. Grund ist teuer, der Platz wird daher meist maximal ausgenutzt. Die alten, großen Bäume sind dann oft im Weg. Da man die aber nicht so ohne weiteres fällen darf, müssen Baumfällungen beantragt werden. Die werden auch oft genehmigt, manchmal aber auch abgelehnt. Dann muss der Bauherr seine Planung ändern. Wenn Fällungen genehmigt werden, muss eine Ersatzpflanzung vorgenommen werden. Hier schaut der Bauausschuss mittlerweile genauer hin und sorgt dafür, dass für eine alte Eiche nicht nur ein kümmerliches kleines Bäumchen als Ersatzpflanzung zur Auflage gemacht wird.

Meine Meinung dazu: Gut so! Leider bleibt nach wie vor ein Ärgernis, dass auch Bäume verschwinden, deren Fällung nicht genehmigt wurde. Da hat dann blöderweise der Bagger aus Versehen die Wurzeln so nachhaltig beschädigt, dass der Baum einfach nicht mehr zu halten ist. Sollte das wirklich festgestellt werden, können die meisten Bauherren das dann auferlegte Bußgeld in der Regel leicht verschmerzen.

 Zum Gemeinderat: Supermarkt/B471

Im Rahmen der Normenkontrollklage hatte das Verwaltungsgericht den vorhabenbezogenen Bebauungsplan vorläufig außer Vollzug gesetzt. Der Grund: Vorgesehen war ein reines Wohngebiet, doch dafür waren die Lärmemissionen um 2 dBA zu hoch. So stand es jedenfalls im Obergutachten, das das Gericht nach zwei Gutachten der Parteien in Auftrag gegeben hatte. Die Verwaltung will nun einen angebotsbezogenen (allgemeinen) B-Plan daraus machen, der verschiedene Nutzungen zulässt. Damit würde aus dem reinen Wohngebiet ein allgemeines Wohngebiet, in dem dann niedrigere Grenzwerte für Lärmemissionen gelten. Das Ganze nennt sich "planungsersetzende Neuaufstellung" und soll ermöglichen, die bisherigen Beteiligungsverfahren als "Unterrichtung und Erörterung auf anderer Grundlage" zu werten und damit ein zeitaufwändiges neues Verfahren mit allen vorgeschriebenen Anhörungen zu vermeiden. Mehrheitlicher Beschluss mit einer Gegenstimme.

Meine Meinung dazu: Es ist schon merkwürdig, wenn der Bürgermeister sagt, das Schallschutzgutachten des Gerichts ziehe Schallquellen heran, die ihm bisher gar nicht bekannt waren. Und die o.e. Problematik der unterschiedlichen Grenzwerte führte dann auch dazu, dass das Gericht in seiner Begründung auch den Begriff "Etikettenschwindel" verwendete. Die Frage des Gemeinderatskollegen von den Freien Wählern war also nicht unberechtigt: "Wer hat jetzt dann den Fehler gemacht?" Und die Antwort des Bürgermeisters, dass Bebauungspläne "nie zu 100 Prozent sicher sein können", ließ doch ein großes Fragezeichen übrig.

Windenergie in Hohenbrunn - alles nur heiße Luft?

Die Windkraftprojekte um uns herum sind in vollem Gang. Auch Hohenbrunn hat dem Planungsverband dafür Vorrangflächen vorgeschlagen. Bis zu 6 Windräder könnten dort mit Bürgerbeteiligung errichtet werden. Nun hat der Planungsverband von 22 vorgeschlagenen Flächen im Landkreis in seinem Vorabentwurf nur 3 Vorrangflächen ausgewählt. Hohenbrunn ist leider nicht darunter. Die Begründung war in der Presse zu lesen: Die Sichtachsen in Richtung Alpen haben ein besonderes Gewicht bekommen. Einstimmiger Beschluss im Gemeinderat daher für die Gründung einer ARGE Wind, um die Kräfte aus mehreren Gemeinden (Hohenbrunn, Putzbrunn, Grasbrunn und Neubiberg) zu bündeln. Das letzte Wort ist hier hoffentlich noch nicht gesprochen, denn gegen den Planungsverband kann die Gemeinde kein Vorhaben verwirklichen. Die bereits genehmigten Windräder der Nachbargemeinden können dagegen realisiert werden.

Meine Meinung dazu: Die (vorläufige) Entscheidung des Planungsverbands kann ich nur schwer nachvollziehen. So wird es jedenfalls nichts mit dem Ausbau der Windenergie. Jetzt sind in einem nächsten Schritt - neben den Aktivitäten durch die ARGE Wind - vielleicht auch die Bürgerinnen und Bürger gefragt.

Auftragsvergaben: Dachsanierung Wasserwerk

Schon seit längerer Zeit war klar: Das Dach im Wasserwerk ist marode und muss dringend saniert werden. Da auf die Ausschreibung keine Angebote eingingen, konnte eine Verhandlungsvergabe stattfinden. Die verhandelten Preise lagen erheblich unter der ursprünglichen Kalkulation. Den Zuschlag erhielt eine im Ort wohlbekannte Baufirma, die mit sage und schreibe 0,57% unter dem Wettbewerberangebot lag. Sozusagen eine Punktlandung. Man mag es kaum glauben, aber das hat letztlich den Ausschlag gegeben.

Meine Meinung dazu: Unsere Fraktion und die Fraktion der GRÜNEN hatten schon vor einiger Zeit gefordert, dass neben dem Preis noch andere Entscheidungskriterien wichtig sein sollten. Insbesondere solche, die Nachhaltigkeit stärken. Bei solchen Entscheidungen wie hier bekomme ich da so meine Zweifel.

Behandlung von Fraktionsanträgen

Diesmal gab es zwei Anträge der Fraktion der GRÜNEN noch aus dem November: Einmal ging es darum einen Online-Terminkalender auf der Website zu veröffentlichen, so dass alle relevanten Termine in der Gemeinde ganz einfach zu sehen sind. Bürgerfreundlich eben. Der Bürgermeister verwies darauf, dass die Website ohnehin bis zum Sommer überholt und das Thema dann dort mit erledigt werde. Er regte an, den Antrag zurückzustellen. Das wollte die GRÜNEN-Fraktion nicht. So ein Kalender sei ja nun keine große Sache. Nun meinte der Bürgermeister, er müsse einen möglichen Beschluss auf jeden Fall von der Rechtsaufsicht überprüfen lassen, weil das einen Eingriff in die Verwaltungshoheit darstelle. Überraschung im Plenum. Nach einem sehr emotionalen Schlagabtausch zwischen den GRÜNEN und dem Bürgermeister ('Verfahrenstrickserei') wurde der Antrag letztlich doch zurückgestellt.

Mit ihrem zweiten Antrag hatte die Fraktion der GRÜNEN beantragt, ein Standortkonzept für Hohenbrunn-Riemerling und MUNA zu erarbeiten. Das hatte das Bürgerforum in ähnlicher Form bereits vor Jahren gefordert, der damalige Gemeinderat hatte dem mehrheitlich zugestimmt. Leider wurde dieses wichtige Vorhaben nicht konsequent weiterverfolgt und verlief so im Sande. Nun gibt es seit knapp einem Jahr eine Mitarbeiterin in der Gemeinde, die rund 20% ihrer Teilzeit (!) für das Thema Wirtschaftsförderung aufwendet. Die berichtete, es werde  bereits viel getan, und ein Standortkonzept könne nicht ohne externe Hilfe erarbeitet werden, das koste Geld. Nach ebenfalls emotionaler Diskussion keine Abstimmung über den Antrag, aber ein Kompromiss: Bis zur Oktober-Sitzung des Gemeinderats soll nun eine Standortanalyse (der Verwaltung) mit einem Kurzkonzept vorliegen.

Meine Meinung dazu: Seit ich im Gemeinderat bin, hätte ich mir mehr als einmal gewünscht, dass man bei Anträgen weniger nach Gründen sucht, warum etwas nicht geht, sondern gemeinsam überlegt, was geht und wie es gehen könnte. Dazu bräuchte es oft nur ein oder zwei Gespräche im Vorfeld einer Sitzung. Insofern kann ich die Frustration bei den Kollegen von der GRÜNEN-Fraktion durchaus nachvollziehen. Zu den Anträgen selbst: Mehr Bürgerfreundlichkeit ist ebenso wünschenswert wie nötig. Das gilt auch für die Wirtschaftsförderung. Wer will, dass die Gewerbesteuereinnahmen sprudeln, muss das Gewerbe fördern. Denn diese Einnahmen sind eine wesentliche Säule im Haushalt. Nachbargemeinden sind hier deutlich weiter. Leider war der Antrag dazu komplex und etwas unscharf. Immerhin wurde als Ergebnis der Gemeinderatssitzung am nächsten Tag das Foto der zuständigen Mitarbeiterin mit Kontaktdaten auf der Homepage veröffentlicht. Ein großer Schritt für Hohenbrunn, ein kleiner Schritt für die Wirtschaftsförderung.

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Herzlichst Ihr 

Manfred Haucke

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Mittwoch, 25. Oktober 2023

Blog 31

 24.10.23 | Diesmal mit Informationen aus der Gemeinderatssitzung vom 19.10.23 zu den Themen Kreisverkehr B471, Bebauungsplan Wohnen und Realschule sowie Umbau des S-Bahnhofs.

 Kreisverkehr an der B471

Nun soll der Kreisverkehr an der Ortseinfahrt B471 doch kommen. Mit oder ohne Supermarkt. Denn: „Der Kreisverkehr braucht den Supermarkt , nur der Supermarkt braucht den Kreisverkehr nicht“, so der Bürgermeister. Ob und wann der Supermarkt kommt ist offen und hängt vom Ausgang der laufenden Gerichtsverfahren ab. Damit sich aber ggf. die baulichen Aktivitäten nicht gegenseitig behindern, wäre es günstig, mit dem Kreisverkehr jetzt konkret zu beginnen.

Unsere Fraktion hat keinen Hehl daraus gemacht, dass wir den Kreisverkehr in der geplanten Form für nicht ausreichend sicher halten. Dies wurde auch im Audit 2020 bemängelt (siehe auch Blog 5). Inzwischen wurden einige Verbesserungen umgesetzt (größere Schleppradien für Landwirtschaft und Sattelschlepper, verbesserter Fußgängerüberweg am Sportplatz). Aber insbesondere die Verkehrsführung am Supermarkt (eng, Mischverkehr Fußgänger/Radfahrer) ist nach wie vor problematisch und weit entfernt von dem, was z.B. das Bundesverkehrsministerium empfiehlt (S. 26 ff). Der Beschluss, 950 TEUR in den Haushalt 2024 einzustellen, wurde mit einer Gegenstimme (Bürgerforum) gefasst.
 
Meine Meinung dazu: Die Planung des Kreisverkehrs wurde von Anfang an dadurch erschwert, dass der vorhabenbezogene Bebauungsplan für den Supermarkt bereits beschlossen war. Damit war der Planungsrahmen eingeschränkt - sozusagen der zweite Schritt vor dem ersten. Und obwohl der Supermarkt ohne Kreisverkehr nicht funktioniert, wurde der Investor im städtebaulichen Vertrag leider nicht verpflichtet, sich an den Kosten zu beteiligen. Jetzt muss die Gemeinde die Kosten alleine tragen und die Sicherheitsprobleme für alle Verkehrsteilnehmer wurden letztlich nicht zufriedenstellend gelöst.
 
Bebauungsplan Wohnen und Realschule

Bevor ein Bebauungsplan in der Öffentlichkeit ausgelegt wird, muss er vom Gemeinderat gebilligt werden. In der Sitzung lagen dem Gemeinderat dazu alle notwendigen Dokumente vor (Planzeichnungen, Satzung mit Begründung, Gutachten, etc.). Vorausgegangen waren einige nicht-öffentliche Gemeinderats-Klausuren und die Vorstellung und Diskussion des städtebaulichen Konzepts. Leider war die Planzeichnung als Grundlage des Bebauungsplans erneut an  wichtiger Stelle fehlerhaft (zwei Gebäude waren höher eingezeichnet als im Konzept). Das wurde umgehend korrigiert. Als weitere wichtigePunkte für eine nachhaltige Bebauung wurden als fehlend angemerkt: Fassadenbegrünung, Zisternenkonzept zur Bewässerung, E-Ladestationen, Verwendung von Recycling-Beton und Vereinbarung zu SOBON (Sozialgerechte Bodennutzung = günstigere Mieten). Sie wurden nun im Protokoll festgehalten, gehören damit zum Beschluss und müssen im städtebaulichen Vertrag entsprechend geregelt werden. Ein ebenfalls von unserer Fraktion gefordertes Mobilitäts- und Energiekonzept soll in der nächsten Gemeinderatssitzung vorgestellt werden. Billigung mit zwei Gegenstimmen (Bürgerforum und ÜWG).

Meine Meinung dazu: Wenn zwischen dem städtebaulichen Konzept und den Unterlagen für den Billigungsbeschluss Unterschiede bestehen, ist das  merkwürdig. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Diskussion um Gebäudehöhen sehr intensiv geführt wurde. Kommt noch dazu, dass man als Gemeinderat diese kleinen Beschriftungen im Plan nur erkennen kann, wenn man ihn auf 200% + hochvergrößert. Wünschenswert: Mehr Sorgfalt bei so wichtigen Grundsatzentscheidungen und eine große, geplottete Planzeichnung für die Sitzung. Das würde es dem Gemeinderat erleichtern, seiner Sorgfaltspflicht nachzukommen.

Umbau des S-Bahnhofs

Seitens der Deutschen Bahn hatte es bisher immer geheißen: Die Planung des S-Bahnhofs steht und kann jetzt nicht mehr geändert werden. Damit muss das Bahnhofsgebäude weichen. Umso überraschender, als der Bürgermeister last minute doch noch einen alternativen Vorschlag auf den Tisch legte: Eine Verschwenkung der Ost-Rampe im Zick-Zack um das alte Bahnhofsgebäude herum. Mit der DB abgesprochen. Damit könnte das alte Bahnhofgebäude größtenteils erhalten bleiben. Allerdings ist das Gebäude  sanierungsbedürftig und selbst nach den dringendsten Arbeiten höchstwahrscheinlich nur noch wenige Jahre so nutzbar. In der folgenden Diskussion dann die Abwägung von Sanierungskosten und Nutzung für noch ein paar Jahre gegen Abriss und Flexibilität bei der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes (die Planung für Hohenbrunn-West soll ja in Bälde angestoßen werden). Letztlich fiel die Entscheidung gegen die Änderung (15:4 Stimmen).

Meine Meinung dazu: Ob der Bahnhof schön oder zeitgemäß ist, darüber kann man streiten. Viele 'alte Hohenbrunner' haben jedenfalls einen sehr emotionalen Bezug zum alten Bahnhofsgebäude. Hier wurden die ersten Zigaretten geraucht, wieder und wieder der Knopf für die Modelleisenbahn gedrückt und  gestaunt. Verständlich daher der Wunsch, dieses Gebäude und damit auch die Erinnerungen zu erhalten. Nüchtern betrachtet will sich Hohenbrunn entwickeln, und das geht wahrscheinlich besser, wenn das alte Gebäude nicht (einschränkend) im Weg steht. Es wäre schön gewesen, wenn man schon Ideen gehabt hätte, was denn dann alternativ die S-Bahn-Gäste beim Aussteigen freundlich begrüßen könnte. Vielleicht gäbe es bei einer neuen Lösung auch einen Platz für die Modelleisenbahn (die man bis dahin erhalten könnte). Und der Eisenbahnverein hätte dann vielleicht auch wieder einen Platz.

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Montag, 2. Oktober 2023

Blog 30

 

01.10.23 | Nach längerer Zeit wieder mal ein Blog aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 21.09.23). 3 Themen: Vergabe der Verpflegung in den gemeindlichen Kinderbetreuungseinrichtungen, Ortsentwicklung und MUNA.

Verpflegung für die gemeindliche Kinderbetreuung

Wegen der Vergabesumme musste europaweit ausgeschrieben werden, um rechtssicher zu sein ging die Ausschreibung über einen externen Dienstleister. Geforderte Qualität: Bio, regional, saisonal, frisch gekocht. Die Ausschreibung war zweigeteilt: Einmal für Kindergarten und – krippen, einmal für die Ganztagesschulen. Die Entscheidung fiel auf zwei Anbieter, die im cook-and-chill-Verfahren (es wird frisch gekocht, dann gleich auf 3 Grad heruntergekühlt und so ausgeliefert) gesundes Essen zu vernünftigen Preisen anbieten.  Leider kommt ein Anbieter nicht aus der näheren Umgebung, so dass hier täglicher Transport von rund 360 km anfällt.

Meine Meinung dazu: Es war nicht transparent, welche Entscheidungskriterien im Vergabeverfahren wie gewichtet wurden, beide Anbieter lagen zudem in der Bewertung nur marginal auseinander. Vielleicht wären hier Synergie-Effekte drin gewesen, wenn man sich insgesamt für einen Anbieter entschieden hätte. Die kurze Diskussion zum Thema machte deutlich, dass der Schwerpunkt in erster Linie auf Bio lag, die Regionalität hatte eher untergeordnete Bedeutung.

Ortsentwicklung und Umgehungsstrassen

Die Tagesordnung sah mehrere Punkte vor zum Thema Ortsentwicklung, die nicht-öffentlich diskutiert werden sollten. Bereits im Vorfeld der Sitzung: Die Forderung vom Bürgerforum und den GRÜNEN, die Punkte öffentlich zu diskutieren. Das Thema wurde vertagt und soll nun voraussichtlich im Januar öffentlich geladen werden.

Meine Meinung dazu: Entscheidungen für Umgehungsstraßen und Ortsentwicklung stellen die Weichen für die Zukunft. Welche Art von Bebauung wollen wir wo haben? Wie gehen wir mit dem Verkehr/Mobilität um? Was bedeutet das für die Infrastruktur? Jetzt können sich interessierte Bürger ein Bild davon machen, wie diese Punkte im Gemeinderat diskutiert werden.

MUNA

Hier gab es eine Anfrage vom Bürgerforum,

ob man nicht in einer der nächsten Sitzungen über dieses Thema diskutieren sollte, wie es mit der MUNA weitergeht. Der Bürgermeister widersprach vehement und meinte, aus seiner Sicht gäbe es hier nichts zu diskutieren. Es sei ja ohnehin klar, dass die MUNA zu bliebe. Zumindest wenn es nach ihm geht. Die darauf folgende Diskussion zeigte, dass hier sehr wohl Gesprächsbedarf besteht. Der Bürgermeister will sich nun ein „geeignetes Format“ für eine Diskussion überlegen.

Meine Meinung dazu: Hier muss ich ein wenig ausholen. Die Gemeinde hat seinerzeit zusammen mit Höhenkirchen-Siegertsbrunn das Gelände zu einem relativ günstigen Preis erworben. Damit verbunden die Auflage, das Gelände nicht anderweitig zu verwerten (Veränderungssperre). Derzeit wird es zusammen mit einigen Bunkern und Hallen von beiden Gemeinden, der Kirche, von Vereinen und einigen Baufirmen als Zwischenlager genutzt. Es wird auch gejagt, Polizei und Rettungshundestaffel halten Übungen ab. Ab und an gibt es Führungen und 'Schnitzeljagden'. Ansonsten ist dort Natur, die sich selbst überlassen ist. Das Gelände ist nach wie vor mit einem Zaun gesichert. Wer als Privatperson in die MUNA will, kann bei der Verwaltung einen Schlüssel beantragen, was in der Regel auch nicht verwehrt wird. Nun endet die Veränderungssperre im Mai 2024. Höchste Zeit also zu überlegen, was mit der MUNA passieren soll oder kann. Im Moment gibt es nur zwei gegensätzliche Standpunkte: Geschlossen lassen - wie bisher - oder öffnen. Dabei bleibt eine wichtige, dritte Alternative auf der Strecke: Wie kann man die MUNA für die Bürger:innen entwickeln? Seit Februar 2019 liegt (nach einem Gemeinderatsantrag aus 2017) dazu ein Konzeptentwurf inkl. Kostenprognose vor, wie man das MUNA-Gelände für die Öffentlichkeit zum Teil zugänglich machen könnte. Leider ist das Konzept bis heute nicht mehr weiter verfolgt worden. Höchste Zeit also, die Diskussion wieder aufzunehmen.

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